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Die Gläserne Spur // Glasmuseum Steina

Glas als moderner Werkstoff erscheint meist so alltäglich, dass er kaum bewusst wahrgenommen wird. Dabei beginnt seine Entwicklung bereits vor mehreren tausend Jahren und folgt einem spannenden Weg. Auf diesem konzentrieren sich im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit in den Mittelgebirgen zahlreiche Glashütten. Holz als Energieträger, die Wasserkraft der Bäche, befördert von einer rasant steigenden Glasnachfrage, geben die Richtung vor. Es ist die Epoche der Waldglaszeit, bestimmt von Zunftbetrieben, so auch vom 1406 begründeten „Spessartbund“ hessischer Glasmacher. 

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts taucht diese Zunft im Südharz auf, auch in Steina und Bad Sachsa und „besetzt“ dort die Wälder. Das Holz ist wichtig. Es wird in großen Mengen zur Glasschmelze benötigt. Daneben hat man die gute Verfügbarkeit aller notwendigen Grundstoffe im Blick. Unter einfachsten Bedingungen wird neben Fensterglas, Flaschen, Destilliergerät und sonstigem auch feines Tafelglas gefertigt. Kaum zweihundert Jahre später sind die Waldglashütten wieder verschwunden und bald vergessen. 

Eine Erklärung dafür gibt unter anderem die Entwicklung im Harzer Bergbau. Dieser läuft nach mehr als 200jähriger Ruhe etwa zeitgleich mit der Einrichtung von Waldglashütten im Südharz wieder an. Die Wälder hatten sich von der ersten Bergbauperiode erholen können und werden nun mit kaum fassbaren Holzmengen ein zweites Mal für montane Zwecke ausgebeutet (Holzkohle zur Erzverhüttung, Gruben- und Konstruktionsholz). Übernutzung, Raubbau und Waldverwüstung sind die Folge. Holz wird zum knappen Gut. Die Montanwirtschaft besitzt beim Zugriff darauf die Oberhand, die Glasmacher werden verdrängt. 

Vor diesem historischen Hintergrund der Waldglashüttenzeit im Südharz gründet sich im Jahr 1993 ein „Förderverein Glasmuseum Steina e. V“. Sein Ziel ist die Bewahrung dieses Teiles der Heimatgeschichte für den Ort, verbunden mit der Schaffung eines Museums zum Thema Glas. Im Jahr 1994 ist bereits Eröffnung des Museums, dem die Vorlage einer Museumsbegleitschrift „Die gläserne Spur“ im Jahr 1998 folgt. Ihr Inhalt informiert über die Entstehung und Entwicklung des Werkstoffes Glas, als Schwerpunkt jedoch wird über die Epoche der Waldglaszeit im Raum Bad Sachsa / Steina berichtet. Im Jahr 2005 beginnt über eine Neuausrichtung eine Planungs- und Umbauphase, die im September 2007 mit der Wiedereröffnung des Glasmuseums abgeschlossen wird. Heute präsentiert sich ein erweitertes, modern gestaltetes Museum mit interessanten Ausstellungsbereichen und einem freundlichen Serviceangebot.
[Text: Jörge Schiers]

Glasmuseum Steina - Ofen und Werkzeuge